Die Möglichkeit, eigene Eizellen, Spermien oder Embryonen für eine spätere Verwendung aufzubewahren, gehört zu den größten Fortschritten der modernen Reproduktionsmedizin. Dank der Kryokonservierung und ihrer modernsten Form – der Vitrifikation – können Keimzellen über viele Jahre hinweg sicher gelagert werden, ohne dass sie an Qualität verlieren.
Diese Methoden geben Frauen und Männern die Möglichkeit, ihre Elternschaft aufzuschieben und ihre reproduktive Gesundheit auch für die Zukunft zu bewahren. Sie werden jedoch auch im Rahmen der Behandlung von Unfruchtbarkeit, in der onkologischen Therapie oder bei der Planung von IVF-Zyklen eingesetzt.
Was bedeutet Kryokonservierung?
Unter Kryokonservierung versteht man das Einfrieren und sichere Aufbewahren von Keimzellen wie Eizellen oder Spermien sowie von Embryonen bei extrem niedrigen Temperaturen. Dies geschieht in der Regel bei –196 °C mithilfe von flüssigem Stickstoff.
Durch diese Methode werden alle biologischen Prozesse nahezu vollständig gestoppt, sodass die Zellen ihre Qualität und Entwicklungsfähigkeit über viele Jahre hinweg behalten. Nach dem Auftauen können sie später für eine Befruchtung und im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung eingesetzt werden.
Die Kryokonservierung ist heute ein fester Bestandteil der modernen Reproduktionsmedizin. Sie ermöglicht es Menschen, ihre Familienplanung an die eigenen Lebensumstände anzupassen, und bietet die Chance, dass die Qualität der Zellen genauso erhalten bleibt wie zum Zeitpunkt der Entnahme.

Was ist Vitrifikation und worin liegt der Unterschied zur Kryokonservierung?
Die Vitrifikation ist eine moderne Form der Kryokonservierung, die heute die ältere Methode des langsamen Einfrierens von Embryonen und Eizellen weitgehend ersetzt hat.
Beim langsamen Einfrieren werden die Zellen schrittweise abgekühlt, wodurch sich Eiskristalle bilden können, die das Zellgewebe beschädigen. Bei der Vitrifikation entstehen solche Kristalle hingegen nicht. Die Zellen werden dabei extrem schnell heruntergekühlt, sodass statt Eis eine glasartige Struktur entsteht. Dadurch bleibt die Zellstruktur intakt und die Erfolgsrate nach dem Auftauen ist deutlich höher.
Die Vitrifikation von Eizellen und Embryonen stellt einen enormen Fortschritt dar. Die Überlebensrate nach dem Auftauen liegt heute bei etwa 95–99 %, was mit älteren Methoden kaum vorstellbar war.
Wann kommt die Vitrifikation zum Einsatz und warum ist sie so wichtig?
Die Vitrifikation wird in der modernen Reproduktionsmedizin in mehreren Situationen eingesetzt:
- Vor einer onkologischen oder anderen Behandlung, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnte.
- Bei aufgeschobener Familienplanung (Social Freezing) – zum Beispiel, wenn eine Frau derzeit keinen Partner hat oder sich zunächst auf ihre Karriere konzentrieren möchte.
- Im Rahmen einer IVF-Behandlung, wenn mehrere Embryonen entstehen, die nicht sofort in die Gebärmutter übertragen werden.
- Aus ethischen oder religiösen Gründen, wenn ein Paar nicht mehr Embryonen erzeugen möchte, als es tatsächlich verwenden plant.
- Bei Männern vor einer Operation, der Einnahme bestimmter Medikamente oder bei Berufen, die ein Risiko für die Fruchtbarkeit darstellen.
- Im Rahmen eines Split-Programms, bei dem ein Teil der Eizellen für eine Spende verwendet wird und ein anderer Teil für die eigene zukünftige Nutzung eingefroren bleibt.
Für wen kommt eine Fruchtbarkeitserhaltung in Frage?
- Frauen, die ihre Fruchtbarkeit für die Zukunft bewahren möchten. Nach dem 35. Lebensjahr nimmt die Qualität der Eizellen deutlich ab, daher kann ein frühzeitiges Einfrieren helfen, die Chance auf ein eigenes Kind zu erhalten.
- Männer vor einer medizinischen Behandlung oder in Berufen mit erhöhtem Risiko für die Fruchtbarkeit.
- Paare, die sich einer IVF-Behandlung unterziehen und Embryonen für einen weiteren Zyklus aufbewahren möchten.
- Onkologische Patientinnen und Patienten, die sich die Möglichkeit einer Elternschaft nach Abschluss der Behandlung erhalten möchten.
- Transgender-Personen vor Beginn einer hormonellen Therapie.

Wie erfolgt die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen, Spermien und Embryonen?
Der gesamte Prozess der Zellkonservierung erfolgt stets unter der Betreuung erfahrener medizinischer Fachkräfte. Jeder einzelne Schritt ist wichtig und trägt dazu bei, dass die Zellen auch nach dem Auftauen in hervorragender Qualität zur Verfügung stehen.
- Beratung durch den Arzt – gemeinsam wird der passende Ablauf je nach Gesundheitszustand und persönlichen Zukunftsplänen besprochen.
- Entnahme der Zellen – bei Frauen erfolgt nach einer hormonellen Stimulation die Entnahme der Eizellen in einer kurzen Narkose. Bei Männern wird das Sperma durch Abgabe einer Samenprobe in einem sterilen Behälter gewonnen.
- Qualitätsbewertung – das Embryologieteam entscheidet, welche Zellen eingefroren werden können.
- Vitrifikation – die Zellen werden mit Kryoprotektiva (Lösungen, die die Zellen vor Schäden durch niedrige Temperaturen schützen) vermischt, anschließend extrem schnell heruntergekühlt und in flüssigem Stickstoff bei –196 °C gelagert.
Lagerung und Auftauen – die Zellen können über viele Jahre hinweg sicher in flüssigem Stickstoff aufbewahrt werden. Nach dem Auftauen stehen sie für eine spätere Verwendung im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung zur Verfügung.
Jede Eizelle und jedes Embryo wird individuell beurteilt. Für das Einfrieren wählen wir nur diejenigen Zellen aus, die das Potenzial für eine weitere Entwicklung haben. Präzision ist dabei entscheidend – bei der Vitrifikation hat die Embryologin bzw. der Embryologe für jeden einzelnen Schritt nur wenige Sekunden Zeit. Deshalb ist die Vitrifikation technisch anspruchsvoll. Dank modernster Technologie und der großen Erfahrung unseres Embryologieteams ist sie heute jedoch äußerst sicher.
Wie sicher und erfolgreich sind Kryokonservierung und Vitrifikation?
Embryonen, die mittels Vitrifikation eingefroren wurden, behalten eine hohe Qualität. Dadurch ist die Erfolgsrate nach dem Transfer (sogenannter KET – Kryoembryotransfer) vergleichbar oder sogar höher als bei einem frischen Embryotransfer.
Ein Grund dafür ist unter anderem, dass der Körper der Frau bei einem KET mehr Zeit hat, die Gebärmutterschleimhaut optimal vorzubereiten – ohne die hormonelle Belastung, die mit einer Stimulation verbunden ist. Dadurch ist die Umgebung in der Gebärmutter natürlicher und oft besser auf die Einnistung des Embryos vorbereitet.
Die Risiken sind minimal und hängen vor allem von der Qualität der Embryonen vor dem Einfrieren, dem Alter der Frau zum Zeitpunkt der Entnahme sowie ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Heute wird häufig die sogenannte „Freeze-all“-Strategie angewendet, bei der alle Embryonen zunächst vitrifiziert werden und der Embryotransfer erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Dies bietet sowohl der Patientin als auch dem behandelnden Team eine große Flexibilität bei der Planung des Transfers.
Dieser Ansatz reduziert zudem das Risiko von Komplikationen (z. B. eines ovariellen Überstimulationssyndroms). Außerdem entsteht in der Zeit der Vorbereitung auf den Kryoembryotransfer Raum für eine genetische Untersuchung der Embryonen, sodass wir das am besten geeignete Embryo für den Transfer auswählen können.
Vitrifikation in der Klinik REPROMEDA
Die Vitrifikation ist bei Repromeda eine routinemäßig angewandte und äußerst erfolgreiche Methode, die von einem Team erstklassiger Embryologinnen und Embryologen sowie Spezialistinnen und Spezialisten durchgeführt wird, das zu den erfahrensten in der Tschechischen Republik zählt.
Dank präziser Laborarbeit und eines individuellen Ansatzes für jede Patientin und jeden Patienten erzielt Repromeda hervorragende Ergebnisse sowohl bei der Konservierung als auch bei der späteren Nutzung von Keimzellen und Embryonen.
Die Kryokonservierung und die Vitrifikation sind heute unverzichtbare Instrumente der modernen Reproduktionsmedizin. Sie ermöglichen es uns, Patientinnen und Patienten Zeit zu schenken – und Zeit ist in der Reproduktionsmedizin oft das Wertvollste überhaupt.